Hierve el Agua

Hierve el Agua ist einer dieser wundersamen Orte in Mexiko, die es nicht zweimal gibt. Genau wie der Canyon Sumidero, der ein Must have Seen nahe San Cristóbal ist, ist Hierve el Agua ein Must have Seen Tagestrip von Oaxaca aus. Es besteht aus diesen Pozas – Naturschwimmbäder mit türkisblauem Wasser, die man an unterschiedlichen Orten in Mexiko findet –, einer wunderschönen Aussicht und einem beeindruckenden… ehrlicherweise weiß ich nicht, wie man es nennen soll. Es sieht aus wie ein riesengroßer trockener Wasserfall. Oder Stalaktiten die in der freien Natur am Sonnenlicht einen riesigen Felsen runtergewachsen sind. Wobei das logischste eigentlich wäre, dass sich das ganz zur Rainy Season wieder in Wasserfälle verwandelt. DANN wäre die Sight mit Sicherheit auch echt krass beeindruckend. Ich weiß das klingt alles etwas… wirr vielleicht, aber das denkt man nun mal, wenn man diesen Ort sieht ohne jegliches Hintergrundwissen :D Ich bin damals mit einer Gruppe Backpackern über eine Tour hin – hier kommt man echt nicht so ohne weiteres ohne Auto hin – und hatte bereits auf der Fahrt mächtig Spaß. Es war so ruckelig und holprig…. :D Nichts für schwache Mägen oder Nerven, aber ich fands toll :D Angekommen, führt erst mal ein Weg auf diese unglaublich schöne Aussicht mit diesen Pozas, also Naturpools, zu, wo man natürlich tolle Bilder schießen kann. Sehr instagrammable. Da kann man dann Baden, die Aussicht genießen und einfach ein bisschen chillen. Später, wenn man die Aussicht und die Pozas genug genossen hat, führt ein kleiner Weg runter zum großen Felswasserfall – so nenne ich ihn jetzt einfach mal. Von da aus hat man noch mal ne echt tolle Sicht direkt auf den trockenen Wasserfall (Felswasserfall) drauf. Auch gibt es ein weiteres Podest/Plattform, wo eine Art Minispringbrunnen konstant Wasser an die Oberfläche sprudelt – aus dem Grund der Plattform raus. Richtig geil! Hab ich nirgendwo so gesehen. Und Fotos hier…. No words. Einfach nur richtig cool. Auch die Aussicht ist der Hammer! Ob ihr zu Hierve el Auga sollt? Klar! Wenn nicht, verpasst ihr was! :D

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Tempel von Santo Domingo von Guzmán

Oaxaca hat mehrere besonders von außen architektonisch beeindruckende Kirchen und Kathedralen. Der Tempel von Santo Domingo von Guzmán ist die meines Erachtens nach beeindruckendste von allen – witzigerweise trotz ihrer Größe. Man betritt durch eine fast schon im Vergleich unscheinbare Tür die Kirche und steht augenblicklich inmitten von aufwendigen Verzierungen geschnitzt aus Holz und teilweise mit Gold angemalt. Der normalhohe und relativ schmale Gang führt in einen etwas breiteren und recht hohen Raum der über und über mit Goldverzierungen bedeckt ist. Im Ernst hier ist jeder Millimeter mit Gold versehen. Die Wände, die Decke… alles! Der Altar ist selbstverständlich der Höhepunkt mit seinen drei, mit Figuren bestückten, in die Höhe ragenden Goldsäulen. Die Kirche ist schon ein echter Hingucker. Selbst wenn Religion oder Kirchen sonst nichts für einen sind, beeindruckt diese Kirche durchaus. Sie ist zwar tatsächlich relativ klein, hat dafür aber eine vor Stolz geschwollene Brust. Ein wahrhaftes Erlebnis sie von innen zu sehen. Hin oder nicht? Hundert Prozent. Ich bin Atheistin und war tief beeindruckt.

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El Arcotete

El Arcotete ist eine Art Höhle im Fels unter der ein Fluss durchfließt. Es hat sich vermutlich im Grunde der Fluss seinen Weg durch die Wand gebahnt und so eine Art Bogen über sich geformt. Un in eben diesem Teil ist eine Höhle. An der Seite kann man über eine Art Treppe nach oben gelangen, wo die Höhle wiederum wie eine Art Naturbrücke im Fels bzw Stein ist. Von oben kann man dann runter auf den Fluss schauen, was ziemlich cool ist. Und es haben sich wie in Untergrundhöhlen Stalagmiten und Stalaktiten gebildet. Das Ganze ist ehrlich cool und etwas, das ich so vorher noch nicht gesehen habe. Einziges Problem: ich bin mir nicht sicher, ob man mit dem Bus hinkommt. Weil da halt niemand einfach so hinfährt. Also zumindest keine Locals. Wir sind damals mit mehreren Leuten und einem Guide der ein Auto hatte hin. Ich bin mir allerdings sicher, dass es auch anders gehen sollte. Falls nicht, müsst ihr natürlich handeln um einen guten Preis zu bekommen. Ob ihr hinsolltet oder nicht überlasse ich euch, aber ich fands echt cool. Wenn ihr Zeit habt, why not?

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Zinacantán

Zinacantán ist ein kleines, wirklich kleines, Dorf, das eine wirklich schöne Kirche mit davor liegendem Städtezeichen hat. Abgesehen davon kann man in Zinacantán mit ansehen, wie diese Tischvorleger oder auch Schaals gewebt werden. Für letzteres war ich hauptsächlich da. Mir waren diese Schaals, bzw wie ich in einem Gespräch irgendwann rausgefunden habe, eigentlich Tischvorleger – ich musste echt lachen, als ich gehört habe, wofür sie gedacht sind und wofür ich sie gehalten habe :D – aufgefallen. Ihr müsst euch vorstellen die hängen wirklich ü-ber-all! Wirklich überall. Auf jeglichen Märken in verschiedensten Farben und mit den unterschiedlichsten Mustern. Und ich denke das Wichtigste: sie waren und sind mitnehmbar. Das bedeutet ich konnte mir tatsächlich mal was kaufen, was kein Armband, Ohrring oder Fußband war. Ich hab dementsprechend schnell meinen Narren an diesen Dingern gefressen. Als ich dann auch noch rausfand, dass die an einem von den Dingern 15 bis 16 Stunden dransitzen, bis das fertig ist (meine ich mich so zu erinnern), ist mir echt die Kinnlade runtergefallen und ich wollte und musste unbedingt dahin, wo sie herkommen bzw hergestellt werden. Also, da wo man Menschen beobachten kann, wie sie diese Schaals weben. Als ich in Zinacantán angekommen bin, wurde ich von einem Local zu einer Frau gebracht, die in einer Hütte auf dem Boden saß und gewebt hat. Überall an den Wänden hingen diese Schaals in allen möglichen verschiedenen Farben und es war eines der ersten Male, an denen ich mich schlecht gefühlt habe, dass ich beim besten Willen keinen Schaal gefunden habe, der mir gefallen hat. Und mitbringen war zu dem Zeitpunkt nicht, daher… Naja. Ich hab mich also umgesehen, mir wurde ein Mezcal in einem Minibecherchen angeboten und ich durfte der Frau ein wenig zu sehen, wie sie ihre Arbeit verrichtet. Es war beinahe ein bisschen meditativ wie sie da so ganz entspannt und ruhig vor sich hingearbeitet hat. Ich meine ich bin mir durchaus bewusst darüber, dass vermutlich das Meiste von dem Ganzen gestellt war, aber dennoch war es ein Erlebnis. Ich habe ganz höflich gefragt, ob ich nicht frontale Fotos von ihr bei der Arbeit machen dürfe – also selbstverständlich ohne ihr Gesicht zb drauf etc. Tatsächlich durfte ich, was mich selber ein wenig erstaunt hat. So bin ich natürlich extra diskret vorgegangen und habe versucht sie ja nicht bei ihrer Tätigkeit zu stören. Abgesehen davon hat sie auch nicht viel spanisch gesprochen. Ich vermute stark, dass sie schlicht einen Dialekt aus Zinacantán und nichts anderes gesprochen hat oder aus einem anderen Grund nichts gesagt hat. Als ich wieder draußen stand, bin ich Zinacantán etwas erkunden gegangen. Ich musste verdauen, was ich da gerade gesehen hatte und wollte mich außerdem etwas umgucken. Dabei habe ich festgestellt, wie ärmlich die meisten nicht touristischen Orte für das bloße Auge wirken und wie wenig die meisten Touris – teilweise auch inklusive mir – wahrscheinlich je von dem echten Mexiko außerhalb touristischer Dörfer und Großstädte zu sehen bekommen. Auch konnte ich feststellen, wie unfassbar klein Zinacantán ist und habe auf meinem kleinen Rundgang natürlich auch die Kathedrale entdeckt. Diese ragt wiederum wunderschön und stolz mit Bergen im Hintergrund und einem wunderschönen Zeichen im Vordergrund vor einem auf. Tja und viel mehr gibt es in Zinacantán auch nicht. Ach und zurück kommt man recht easy mit einem Taxi Colectivo. Busse hin und zurück gibt es wegen der geringen Frequenz an Menschen nicht. Ob ihr hin solltet oder nicht würde ich also wie folgt beantworten: Es lohnt sich für einen halben oder ganzen Tagestrip, wenn ihr mal sehen wollt, wie diese Schaals/Tischvorleger gewebt werden. Nur für die Kathedrale würde ich nicht hin, weil sie nur so ein sweetes Ad-On ist, für wenn ihr eh da seid. Die Weberin und das ganze Erlebnis an sich ist ziemlich eindrucksvoll, also war es zumindest für mich, gleichzeitig aber sehr speziell in Bezug auf was einen so interessiert. Daher würde ich euch hier raten es einfach mal zu machen. Aber nur, wenn ihr noch Zeit und auch Neugierde habt 😊

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Mammut Höhle

Die Mammutgrotten nahe San Cristóbal sind gleichzeitig cooler und weniger cool, als sie klingen. Das uncoole: Die Grotten sind jetzt nicht wirklich krass – um ehrlich zu sein. Aber!!!! Das Teil, was als Mammut ausgeschildert wird, sieht tatsächlich schon aus wie ein Mammut. Und da hab ich schon einiges erlebt, wo sich in Mexiko so einiges zusammenfantasiert wird. Von daher… Abgesehen davon ist die Grotte bzw Höhle echt groß. Also wenn man reinkommt, ist das schon ne recht große Höhle, wo man dann langsam weiter reingeht und wie auf einer Art Rundweg entlangläuft, die einen unter anderem zu dem angeleuchtete Mammut führt. Es ist natürlich kleiner als es in Realität vermutlich gewesen wäre, aber so die äußeren Umrisse stimmen mehr oder weniger. Also man kanns erkennen. Abgesehen davon ist die Höhle jetzt nicht super krass. Sie ist aber ganz cool. Was mein persönliches damaliges Highlight war, war dass wir beim Erkunden der Höhle einen Pilz gefunden haben, der im dunkeln ganz alleine heranwuchs. Er war total klein und ich musste richtig nahe mit meiner Kamera ran. Mag bescheuert klingen, aber so einen orangenen Pilz mitten im dunkeln zwischen Steinen in einer Höhl zu finden…. Das erwartet man halt einfach nicht :D Hin oder nicht? ich würde sagen optional. Der Ausflug ist ganz cool, aber keine Prio. Daher würde ich hingehen, wenn ihr noch Bock und Zeit habt. Und ob der Pilz noch da ist oder nicht weiß ich nicht :D

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Markt von San Cristóbal

Der Markt von San Cristóbal, wo nicht nur die Locals ihre Sachen herbekommen, sondern wo es auch wirklich ALLES gibt, was man so jemals brauchen könnte, ist wuselig, bunt, überfüllt, völlig unübersichtlich und eine absolute Erfahrung wert. Wie jeder typisch lokale mexikanische Markt im Grunde. Sie sind alle natürlich leicht unterschiedlich, haben aber meist dasselbe Prinzip. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich jemals so günstige Preise gesehen habe, wie in San Cristóbal. Maximal in einem kleinen Dorf vllt. Weil ehrlich auf nem lokalen Markt in Mexiko kriegst du alles für n Appel und nen Ei. Genaue wie alle anderen lokalen mexikanischen Märkte auch, ist auch dieser zwar ehrlich unübersichtlich, hat aber dennoch Abschnitte. Also: Obst/Gemüse, Fleisch, Fisch, einen Bereich wo auf dem Markt gegessen werden kann, Klamotten, Schuhe, Blumen, Haushaltswaren, Elektrosachen, Schmuck…. Ich habe bestimmt etwas vergessen, aber so sind Märkte aufgeteilt. Du gehst durch und jeder Raum, bzw jeder Abschnitt, bietet quasi eine Kategorie an Sachen an. In welche Kategorie du als nächstes hineinläufts – keine Ahnung. Das wissen vermutlich nur die, die wirklich täglich oder häufiger hingehen und immer wissen, wo sie was bekommen. Für die Veganer, Vegetarier & Tierschützer unter euch: ihr werdet dort Dinge sehen, die ihr nicht sehen wollt und auch nicht erwartet auf einem Markt zu sehen. Mexiko ist einfach eine gänzlich andere Welt – just so you know. Back to the topic. Ich persönlich liebe Märkte. Alles ist bunt und voller leben, tausend neue Eindrücke und überall gibt es etwas zu sehen. Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass man Minimum auf einem mexikanischen Markt – wenn nicht auf mehreren – gewesen sein muss. Nur für die Experience. Von daher: ihr müsst natürlich nicht hin, aber ich würde es wärmstens empfehlen. Ihr werdet nirgendwo näher am lokalen Leben dran sein, günstigeres Zeug bekommen und mehr waschechte mexikanische Vielfalt erleben, als auf einem lokalen mexikanischen Markt.

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Restaurants/Cafés San Cristóbal

Ich war in San Cristóbal tatsächlich gar nicht so häufig essen, weil ich eigentlich recht viel selbst gekocht habe oder Street Food gegessen habe. Es gibt aber zwei Orte, die ich Ambiente technisch so schön fand, dass ich sie gerne vorstellen möchte: La Maldita. Das ist en Café mit einer echt wunderschönen Aussicht auf San Cristóbal. Der kunstvolle niedrige Zaun um das Café ist mit Lampen und kleinen Blumentöpfen geschmückt, was das Ambiente sehr gemütlich und fast sogar ein bisschen romantisch macht. Drinnen gibt es eine Bar und einen Fernseher – falls jemand mal Fußball gucken will oder ähnliches – und draußen eine wirklich schöne Sicht auf San Cris. Abends eventuell sogar ein bisschen spektakulärer als bei Tag. Guckt euch aber gerne beides mal an. Abgesehen davon hatte ich damals einen Totenkopf als Anhänger an meinem Teebeutel, was mich schon sehr amüsiert und dem Ort Charakter verliehen hat. :D Verwunschener Ort. Nein, das Lokal heißt nicht so, aber ich weiß bis heute nicht wie der Ort heißt, wo ich war. Ich weiß nur, es war mit das Beste, was ich je in San Cristóbal gegessen habe. Wirklich. Auch wenn ich danach zwei Tage lang Durchfall hatte. Ich tippe ja nach wie vor darauf, dass es an der Mango in meinem Nachtisch-Smoothie lag – bei frischgepressten Fruchtsäften und vor allem bei Mango vorsichtig sein! Und mein Travel Buddy hatte nichts daher Hände weg von nicht superfrisch gepresstem Stuff 😉 Abgesehen davon ist der Ort aber wirklich wunderschön. Mega romantisch, mit gedimmtem Licht, Kerzenleuchtern, kleinen Blumenvasen auf dem Tisch und Holztischen, die in angemessenem Abstand voneinander stehen. Richtig toll! Man spaziert wie in eine andere Welt hinein. Hin oder nicht? Sofern ihr es findet – es ist mega versteckt, richtig klein und man muss ein bisschen durch verwinkelte Gässchen… zumindest letzteres – auf jeden Fall.

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Chamula

Chamula ist ein süßes, schönes und putziges kleines Dorf, mit einem großen Markt mitten auf dem Hauptplatz, einer Kirche, die mich auf ihre ganz eigene Art berührt hat und einen wirklich knuffigen Aussichtspunkt. Da ich hauptsächlich wegen der Kirche in Chamula war, bin ich kurz über den Marktplatz geschlendert, auf dem es wie immer alles mögliche einzukaufen gab, und dann recht schnell in Richtung Kirche. An dieser Stelle werde ich einfach meinen Tagebucheintrag von dem entsprechenden Tag rausholen, weil die Kirche für mich etwas sehr Besonderes war: „Ich betrete die Kirche. Das Erste, was ich wahrnehme, sind die grau/braunen Vorhänge, die wie halbiert locker von der Decke zur Seite gespannt sind und eine Art Dachförmigen Bogen in der Kirche bilden. Sie hängen so, dass man nicht nur einen, sondern mehrere auf einmal sieht. Das zweite, was ich wahrnehme, ist der Rauch und ein dazugehöriger Weihrauchähnlicher Geruch, der sich vor allem im hinteren Teil der Kirche verdichtet. Dann nehme ich das Lichtermeer von Kerzen wahr, was sich entlang beider Wände und vor auf dem Boden betenden Menschen ergibt. Ich nehme das Akkordeon wahr, dass von einem buuum buuum bum bum bum begleitet wird, die Menschen, die auf dem Boden hocken und leise und laut beten, der Rauch der von den Kerzen aufsteigt, den Schamane/Priester/ ich habe keine Ahnung, der einen Kelch aus Leder und Holz in der Hand hält aus dem Rauch aufsteigt und ihn weihend über Figuren an der Wand und den Kerzen davor auf und ab bewegt. Die Wand rahmen Figuren in Vitrinen, die alle irgendeine wichtige Persönlichkeit der Bibel darstellen, wie ich vermute. Der Boden ist mit einer Art trockenem langen und hartem Gras ausgelegt. Keine Ahnung, was das genau ist. Was mir sofort klar wird: diese Kirche ist nicht wie alle anderen. Sie ist besonders, einzigartig, fast schon intim. Die Stimmung ist unfassbar persönlich, privat, ich habe Menschen noch nie so ernsthaft und versunken beten sehen. Es ist so intim, dass ich mich wie ein Eindringling fühle, wie jemand, der aus Respekt vor dem Glauben der Menschen und dieser Atmosphäre die Kirche wieder verlassen sollte. Doch ich kämpfe mit mir und bleibe. Denn dies ist die erste Kirche, die mir Respekt einflößt, die mich innehalten, mich die Atmosphäre einsaugen lässt wie einen Schwamm, die mir die Tränen in die Augen treibt und die mich berührt. Das hat noch keine Kirche geschafft. Nicht eine. Genau deswegen ist diese Kirche nicht wie alle anderen. Sie ist einzigartig und anders. Mag sein, dass die Kirchen in en Pueblos Indígenas alle so sind. Für mich wird diese Erfahrung jedoch einzigartig und unvergesslich bleiben. Ich beginne langsam in die Kirche hineinzulaufen. Draußen steht keine Fotos und keine Videos etc machen. Ich dachte erst “Höh? Warum?!” jetzt verstehe ich es. Es ist ein Privileg hier hineinzudürfen. Diese Atmosphäre miterleben zu dürfen. Wir sind sowieso schon diejenigen, die andere in ihrer Privatsphäre, wenn sie zu Gott sprechen - egal ob ich daran glaube oder nicht man sieht, wie ernst es ist – stören. Wir betreten einen für diese Menschen absolut heiligen Ort. Einen Ort an dem sie keine Verkäufer von der Straße, weder Mutter, noch Tochter, noch sonst wer sind. Hier sprechen sie jemanden an dem sie voll und ganz vertrauen, führen sozusagen Gespräche mit sich selbst, mit ihren innersten Wünschen, Sehnsüchten, sie Danken und Bitten. Das sehen zu dürfen ist eigentlich völlig unnachvollziehbar, da sie den Touristen dabei Einzug in ihren privaten Raum, ihren vermutlich sogar Rückzugsort gewährleisten. Ich für meinen Teil bezweifle, dass die Einheimischen das so geil finden. Der Blick einer Frau spricht Bände. Ich beschließe mich vorsichtig und leise zu bewegen, den am Boden knieenden oder sitzenden Menschen ihren Raum zu lassen und wenn ich ihnen zu nahe kommen muss mit “con permiso” zu verdeutlichen, dass ich nicht direkt freiwillig in ihren persönlichen Raum eindringe. Auf meinem Weg zum Altar sehe ich Kinder, Frauen und Männer vor Reihen von auf dem Boden stehenden Kerzen beten. Ein Mann betet beinahe lautstark und sieht dabei so bittend aus, dass ich mich nicht traue ihn zu beobachten. Es ist eine zu persönliche Szene zwischen ihm und dem Gott, an den er glaubt. Ich gehe weiter nach hinten durch und stehe bald vor dem Altar. Neben mir wird Musik gespielt. Als diese aufhört, wird an alle Cola in kleinen Kerzen- Schnapsgläsern verteilt. Ein paar der älteren Herren trinken etwas das aussieht wie Alkohol, es könnte allerdings auch Weihwasser sein, da eine Frau die direkt vor dem Altar sitzt dies links und rechts, wie zum Weihen, an die Kerzen schüttet. Die Frau neben ihr hat ein Huhn dabei, dass nachdem es ruhig hingesetzt wurde, still, fast wie ein Hund, einfach neben ihr sitzen bleibt. Diese Kirche hier anders ist als alles, was ich kenne. Sie berührt mich und ich hätte niemals für möglich gehalten, dass eine Kirche so etwas könnte. Ich verziehe mich wieder ein Stück weit, sehe noch ein Huhn, eine Frau die ihr Baby stillt, zahllose betende auf dem Gras knieende Menschen, die zu den Kerzen sprechen. Niemand hat Angst, dass etwas in Brand gesetzt werden könnte. Alle achten gemeinsam und ruhig auf die Sicherheit. Ein Mann wischt rasch mit seinem Fuß ein paar Grashalme etwas weiter von der Kerze weg. Just in case. Es ist….. die Atmosphäre macht mich einfach und schlicht sprachlos, zieht mich in ihren Bann und lässt mich nicht mehr los. Ich hätte alles dafür gegeben hier ein Video und Fotos machen zu dürfen, kann aber gleichzeitig sehr sehr gut verstehen, warum das nicht drin ist. Dass ich hier überhaupt rein darf empfinde ich wirklich bereits als ein Privileg und eigentlich beinahe schon unangenehm. Ich gehe sehr langsam in Richtung Eingang der Kirche, versuche alles zu verinnerlichen, mir alles zu merken, sauge alles noch einmal in mich auf wie ein Schwamm. Denn bezüglich einem bin ich mir sicher: ich werde nicht mehr zurückkehren. Nicht weil ich nicht wollte, sondern schlicht, weil es logisch gesehen vermutlich nicht passieren wird. Und auch weil mich die Szenerie etwas überfordert. Sie lässt mich mich wie einen Eindringling fühlen. Ich würde mich gerne dazusetzten, fände das aber wiederum respektlos den Menschen gegenüber, die dort wirklich sitzen und beten. Die Situation ist zu sensibel, zu intim, zu direkt, die Menschen zu verletzlich. Das könnte ich mit mir selber nicht vereinbaren. Und so lasse ich die Musikgruppe an mir vorbei nach draußen ziehen und steige dann selbst über die Ministufe wieder ins Freie hinaus. Die Kirche lässt mich nachdenklich, mit hohem Respekt vor der Verletzlichkeit dieses Ortes und den Menschen dieses Dorfes und so sentimental zurück wie ich nie geglaubt hätte nach einem Kirchgang sein zu können.“ Ich habe all das noch am selben Tag geschrieben, weil diese Kirche damals wirklich etwas mit mir gemacht hat. Es war eine der eindrücklichste Erlebnisse meiner ganzen Reise. Dementsprechend emotional und bewegt bin ich natürlich eine Zeit lang weiter rumgelaufen. Irgendwann kam dann aber wieder die Kamera raus und ich bin auf Entdeckungstour gegangen. Die Straßen von Chamula zeichnen das echte, wahre Chiapas. Ziemlich ärmliche Behausungen, wie auch Hütten oder Häuser mit einem Auto im Vorgarten. Gleichzeitig fand ich die „Plakate“ an den Wänden (Wandmalereien) zur Notrufnummer, Schwangerschaftstipps oder auch Karies irgendwie witzig, wie auch sehr bezeichnend für das Leben vor Ort. Vor allem aber fand ich es wahnsinnig interessant und extrem eindrucksvoll zu sehen, wie anders alles ist im Vergleich zu Europa. Für den Aussichtspunkt musste ich schließlich noch eine kleine Auffahrt hoch. Und tatsächlich hat man von zwischendrin auch mehr gesehen, als von ganz oben – Bäume über Bäume :D – aber joa. Mexiko halt irgendwie. Du kriegst nie so ganz was du erwartest, hast aber dadurch auch meist ein kleines Schmunzeln auf den Lippen. Zumindest wenn man sich drauf einlässt 😉 Chamula ja oder nein? Für mich ist Chamula ein absoluter Must Tagestrip. Die Kirche, das kleine Dorf und was man einfach alles für Eindrücke mitnimmt und wie viel von Mexiko man sehen kann, wenn man mal ein paar Straßen runterläuft. Es ist den Ausflug echt wert! 😊

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Aussichtspunkt San Cristóbal

Der Aussichtspunkt von San Cristóbal ist streng genommen eigentlich kein Aussichtspunkt. Es ist eine Treppe, die hoch auf einen Berg führt, wo die Kirche San Cristobalito steht. Tatsächlich ist die Treppe selbst, wie auch die Aussicht von da oben auf San Cris tausend Mal besser, als die Kirche – in die man btw nicht mal reinkommt. Aber von vorne: Ich habe den Aussichtspunkt von San Cristóbal eher zufällig gefunden. Ich hatte von weitem gesehen, dass man da irgendwo hoch kann und mir gedacht „Vielleicht ist die Aussicht ja ganz nett“, es mir auf meiner App-Karte markiert und bin dann irgendwann, als so die meisten Punkt auf meinem San-Cris Plan abgehakt waren, hingelaufen. Das Ganze liegt etwas außerhalb (also nicht im Zentrum). Daher muss man kurz ein Stückchen laufen, um zu den Stufen zu gelangen. Die Stufen der Treppe sind tatsächlich nicht sonderlich hoch und so kann man ganz entspannt hoch laufen und die ganzen Graffitis auf dem Weg bewundern. Davon gibt es hier nämlich einige echt schöne! Zwischendurch habe ich mich dann immer umgedreht, um die Aussicht zu genießen. Am Anfang war natürlich noch nicht viel zu sehen. Mit der Zeit kam ich aber immer höher und ab einem gewissen Punkt muss man sich recht regelmäßig umdrehen, damit die Sicht nicht irgendwann von den Bäumen, die den Weg säumen und halt an dem Berg wachsen, verdeckt wird. Tatsächlich habe ich irgendwann einen Ort gefunden, wo die Aussicht echt toll war und man sich hinsetzen konnte und…. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr plötzlich wisst, ihr seid an eurem Lieblingsort der Stadt, wo ihr gerade seid, angekommen? Ich hab das nicht an jedem Ort, aber manchmal überkommt es mich. Da verliebe ich mich binnen einer Millisekunde in einen Ort und weiß, dass dieser einer „meiner Ort“ ist. Das habe ich einfach manchmal. Es geschieht ohne, dass ich wirklich groß etwas dazu tun kann. Aber genau so war es in San Cris. Ich hab die Aussicht gesehen, die friedliche und ruhige Atmosphäre wahrgenommen und habe mich einfach zu Hause, im Einklang mit mir selber und dem Ort und gut gefühlt. Dementsprechend lange bin ich dort auch sitzen gebelieben und dementsprechend häufig bei meinen nächsten Aufenthalten zurückgekommen :D Und ich habe ein oben auf dem Berg abgeschlossenes Fahrrad gefunden, bei dessen Anblick mir wirklich ein Haufen bis heute ungeklärter Fragen in den Kopf gekommen sind :D Hin oder nicht? Definitiv ja! Die Wand-Graffitis sind echt schön, die Aussicht ist wirklich nice und bei Sonne ist es dort einfach ganz wunderbar 😊

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Coole Orte in San Cristóbal

San Cristóbal ist voll von echt coolen Orten. Die berühmt und berüchtigtsten findet man auch für gewöhnlich von ganz alleine. Ab und an gibt es da aber Orte, die… nach denen man suchen muss oder sie vollkommen random findet. Ersteres gestehe ich hätte ich vermutlich nicht alleine gefunden, wäre ich nicht mit meinem Travel Buddy unterwegs gewesen. Auch…. Kann ich euch beim besten Willen nicht sagen, wo es genau liegt. Es ist einfach ein Haus wo Kunstgalerie und Rooftopgarden gleichzeitig existieren. Es ist ein sehr ruhiger und entspannter Ort, wo man gut abschalten und San Cris und dem Trubel auf den Straßen gut entkommen kann – auch wenn es nur für kurz ist. Außerdem ist die Aussicht über die Dächer von San Cristóbal von da oben echt schön 😊 Fragt daher einfach mal in Hostels nach – irgendwer wird das schon kennen – und zeigt ihm oder ihr gerne die Bilder. Der andere coole Ort, ist ein kleiner See an dem ihr vorbeikommt, wenn ihr von dem Aussichtspunkt in San Cristóbal hinten die Straße (also oben ankommen und dann am Rücken des Aussichtspunktes runter) runterlauft und dann wieder auf der großen Straße Richtung San Cris zurücklauft. Er liegt da einfach ganz friedlich vor sich hin und hat mich damals positiv überrascht. Er gibt dem Ganzen ein entspanntes Flair und wenn ihr eh schon die Stufen zum Mirador erklommen habt, könnte ihr auch ebenso gut anders zurücklaufen. Und dann kommt ihr sowieso dran vorbei. Hin oder nicht? Beides sind natürlich Orte, die ihr nicht entdecken müsst. Ich mag es aber auch manchmal Orte zu finden, die so gar nicht ins Raster „Touri“ passen. Einfach, weil ich dann das Gefühl habe auch die Seiten eines Ortes kennenzulernen, die halt nicht jeder kennt. Es gibt mir die Möglichkeit einen Ort besser zu spüren und zu erfühlen. Und daher liebe ich es umherzustreifen und random Orte zu entdecken, die mir dann ja nach dem mehr oder weniger gut gefallen.

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