Was: Museo de la Memoria y Tolerancia
Wo: Zentrum von Mexiko City (pretty much gegenüber von Bellas Artes, wenn ich mich richtig erinnere)
Öffnungszeiten: unter der Woche 9-17.00, am Wochenende 10-18.00; Montags geschlossen
Eintritt: ich bin ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Aber! Es war auf jeden Fall einen ticken kostspieliger. Durch die Größe und all das, was man bekommt fand ich den Preis damals dennoch mehr als gerechtfertigt
Webseite: braucht ihr nicht
Das Museo de la Memoria y Tolerancia, übersetzt Museum des Erinnerns und der Toleranz, ist meines Erachtens nach eines der Museen, das am besten mit Geschichte, Zusammenhängen, gesellschaftlichen Themen und einfach vieles in einen Zusammenhang stellt, die richtige Intensität an den Tag legt und das ganze korrekt, ohne viel Firlefanz und trotzdem mit dem nötigen Nachdruck rüberbringt. Ich fand das Museum ganz ehrlich richtig richtig gut. Der Grund, warum ich hier kein zweites Mal drin war, ist schlicht, weil es ein schweres Museum ist was dich nachdenklich und schon bedrückt zurücklässt. Einfach weil gesellschaftliche Missstände, wie Diskriminierung, Rassismus und Sexismus genauso wie Genozide und ähnliches thematisiert und dargestellt und auch quasi „aufgearbeitet“ werden.
Ich als Deutsche zum Beispiel kann für gewöhnlich Museen zu Nazideutschland nicht mehr sehen. Nicht, weil es nicht wichtig wäre, daran immer wieder zu erinnern. So etwas darf selbstverständlich nie wieder passieren. Dennoch bestand dreiviertel meines Geschichtsunterrichts in der Schule nur aus diesem Thema und alles worin Deutschland jemals in irgendwelchen Geschichtsmuseen vorkommt, ist mit diesem Thema. Fast ausschließlich zumindest. Dabei sind wir nicht die einzigen die richtig Scheiße gebaut haben. Nur die, die zumindest versucht haben und versuchen es vernünftig aufzuarbeiten – und ich behaupte nicht, dass das immer auch so klappt, wie es sollte. Alles, was ich sagen will ist, dass zum Beispiel Spanien richtigen Mist in Lateinamerika gebaut hat. Und das heutige Amerika wie wir es kennen, wird von Menschen geführt, die höchstwahrscheinlich ganz ursprünglich mal von Europäern abgestammt haben. Von den Briten (kann ich da überhaupt einen Kontinent auslassen?) will ich gar nicht erst anfangen. Ganz zu schweigen davon was Afrika alles angetan worden ist.
Um den Kreis dieser kleinen Ausführung zu schließen: in dem Museum in Mexiko City wird selbstverständlich Nazideutschland thematisiert. Und das ist auch richtig so. Aber eben auch andere Etappen der Geschichte von Genoziden oder Bürgerkriegen. Was ich damit sagen will, es ist allumfassender und guckt sich sehr breit in der Geschichte der Menschheit um. Und das fand ich persönlich wahnsinnig spannend und interessant. Selbstverständlich auch furchtbar und erschreckend, aber…. Das Museum hat gezeigt, dass die ganze Welt von gewissen Probleme betroffen ist, es übergreifend ist. Und wie ich finde hat es das ziemlich gut geschafft.
Es gab zum Beispiel Abschnitte zu LGBTQ+ (bitte verzeiht, wenn ich einen Buchstaben vergessen habe. Es ist nicht mit Absicht, ich hab nur einfach ganz ehrlich den Überblick verloren), der Entwicklung dieser ganzen Bewegung und die Frage nach dem Geschlecht und wie „Mädchen“ bzw „jungen“ großgezogen werden. Natürlich hinterfragend. Auch gab es ein Wachsfigurenkabinett, bei dem mir zwischenzeitlich nicht mal ansatzweise ersichtlich war, was das jetzt genau da zu suchen hatte. War aber trotzdem cool 😀 Oh und relativ zu Ende ein Spiegelkabinett – herrlich um irgendwo gegen zu laufen 😀
Ich kann und werde nicht alles aufführen, was ich da drin gesehen habe, was thematisiert wurde oder was es gab. Ich fand das Museum einfach wirklich gut gemacht, sehr allumfassend und zum ersten mal seit… meiner Schulzeit glaube ich, fand ich die Nazizeit Deutschlands tatsächlich gut, wie auch in einem für mich interessanten Maß, dargestellt. Und das ist gar nicht so leicht, wie man als nicht deutscher vielleicht denkt.
Mein persönlicher Lieblingsraum war der, wo die gesellschaftlichen Probleme – zumindest die, die auch ich mit als die Wichtigste ansehe – gezeigt wurden. Klassismus (Arm, reich etc), Sexismus (Ungleichheit, Gewalt aufgrund des Geschlechts etc), Homophobie, Rassismus und Barrierefreiheit. Auch hier vergesse ich mit Sicherheit etwas, aber das ist mir am präsentesten im Gedächtnis geblieben.
Hin oder nicht? Ja auf jeden Fall. Ich finde das Museum wie gesagt wirklich extrem gut gemacht und würde jedem empfehlen reinzugehen. Liegt zwar etwas schwer im Magen, lohnt sich aber wie ich finde trotzdem zu hundert Prozent und falls ihr hingeht – was ich hoffe – plant mal einen Tag ein. Weil das Ding ist groß und viel 😀
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